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Olivia Kühni

Journalistin.

Archive for März, 2008

Leben klebt.

Manchmal klebt das Leben zäh an mir, statt wie es soll zu fliessen.

Olivia Kühni :: Mär.26.2008 :: Notizen :: 1050 Comments »

Was wäre, wenn.

Kürzlich spazierte ich in der Sonne der Alster entlang. Da kam mir ein junger Mann entgegen und grüsste mich. Er hatte helle Augen. Ich grüsste zurück, und da sagte er: “Ich bin sehr alleine.”

Ich lächelte und ging weiter. Jetzt frage ich mich, wer das wäre.

Olivia Kühni :: Mär.26.2008 :: Notizen :: 4511 Comments »

Heimliche Ostern.

Ich sass vor ein paar Tagen in der U-Bahn, hier in Hamburg. Mir gegenüber sass einer von diesen Männern, die sich irgendwie seltsam anfühlen, wenn sie einem gegenüber sitzen. Er war klein und schmächtig, mit einer grossen, alten Brille, rausgewachsener Pilzfrisur, ausgebleichter Lederjacke.

Er las, und das war das Seltsamste von allem, ein Wirtschaftsblatt.

Weil ich neugierig bin und angerührt war, äugte ich vorsichtig über den Rand der Zeitschrift und sah, dass es darin um Bibelzitate ging. Um das Leben Jesu, um unser aller Suche, und um allerlei theologische Diskurse.

Der Mann hatte sich die Seiten in die Hülle des Wirtschaftsblattes geklebt. Genau so ist es, dachte ich. Heimliche Fragen.

Olivia Kühni :: Mär.22.2008 :: Notizen :: 2638 Comments »

Not to stay

I’m there to bring color into your life;

not to stay, and fade.

Olivia Kühni :: Mär.16.2008 :: Notizen :: 1088 Comments »

Nachtschattengewächse.

Gestern habe ich in einer kurzen Nacht “Der Ursprung der Welt” von Jorge Edwards gelesen.

Ein verstörendes Buch, denn es geht um obsessive Eifersucht. Es zähmt sie nicht, wie ich gehofft hatte, ordnet sie nicht ein, es lässt sie nur wüten.

Ich glaube, ich muss ganz schnell ein anderes Buch lesen.

Olivia Kühni :: Mär.13.2008 :: Notizen :: 1131 Comments »

Ilse, der Mops.

Heute morgen beim Brotholen bin ich einer eleganten, jungen, deutschen Dame begegnet. Sie stand auf dem Trottoir und rief ihren Hund. Der Hund war ein schwarzer Mops. Und er hiess Ilse.

Ilse! Wieder einmal hat sich meine These bestätigt: Die Leute (Damen!) kaufen sich Mopshunde, um sich über sie zu amüsieren.

Ich finde das ein wenig gemein. Aber die Mopshunde sehen irgendwie immer so aus, als würde ihnen das nichts ausmachen.

Olivia Kühni :: Mär.10.2008 :: Notizen :: 1486 Comments »

Von Fischen und Menschen.

Als ich heute Morgen der sonnenbeschienenen Limmat entlang gelaufen bin, kam ich an einem Mann vorbei. Der Mann war am Fischen.

Und da habe ich mir gedacht, dass die Stärke des Menschen ja wirklich die Gemeinschaft ist. Die soziale Kommunikation.

Wenn nämlich Fische sprechen könnten, es würde kaum mehr einer gefangen werden.

Olivia Kühni :: Mär.09.2008 :: Notizen :: 1143 Comments »

Oje.

Mit meiner Nichte (9) im Hallenbad. Sie äugt und grinst. Dann:

“Hey, du bist imfall dünner geworden.”

“Ah ja? Wo denn.”

“Hiiiiieeeer (Drückt meine Hüfte zusammen). Und wenn du ganz viel Sport machst, dann wirst du imfall noch dünner.”

“Aha. Wieso. Findest du denn, ich bin dick?”

“Ja also vorher habe ich das ein bisschen gefunden. Also nur ein bisschen. Aber jetzt bist du ja dünner geworden.”

Kinder. Oje.

Olivia Kühni :: Mär.09.2008 :: Notizen :: 958 Comments »

In die Schule mit 3! Teil 3.

Schon wieder im Tagi, schon wieder die SVP: “Die SVP bläst zum Kampf gegen frühere Einschulung.”

Die Erziehungdirektoren der Kantone wollen, dass alle Kinder im Land im gleichen Alter in die Schule kommen und auch nach gleich vielen Jahren in die Oberstufe wechseln. Damit es nicht immer so kompliziert ist, wenn eine Familie umzieht. Grossartig! Oder?

“Nach HarmoS (der Name des Harmonisierungsprojekts/oku) werden die Kinder bereits zwischen vier und fünf Jahren eingeschult. (…) Diese Einschulung ab vier weckt Abwehrreflexe - offenbar nicht nur bei SVP-Mitgliedern. ‘Sondern auch bei etlichen apolitischen Müttern, die finden, es sei zu früh, die Kinder schon mit vier jeden Tag aus dem Haus zu schicken’, sagt der Luzerner SVP-Nationalrat Felix Müri, selbst Vater von vier Kindern. Seine Frau, fügt er an, sei eine klare Gegnerin der Vorlage. Auch Kantonalpräsident (Luzern/oku) Laubacher argumentiert mit Verweis auf besorgte Mütter: Die Kinder seien nicht reif genug, der Schulweg oft gefährlich, der Staat solle sich nicht so früh ins junge Leben einmischen.”

Nicht mit 4! sage ich, mit 3! Die Mütter können die Kinder ja auf dem Schulweg begleiten. Dann müssen sie die Kleinen nicht “aus dem Haus schicken” und der Schulweg ist weniger “gefährlich”.

Olivia Kühni :: Mär.08.2008 :: Notizen :: 896 Comments »

In die Schule mit 3! Teil 2.

Ich habe den Verdacht, beim Tagi lesen die meinen Blog. Ähem.

Naja, jedenfalls folgt heute, diesmal im Ressort Schweiz, ein zweiter spannender Beitrag für mein informelles Dossier “In die Schule mit 3!”.

“Wer als Kleinkind eine Krippe besucht hat, schafft den Sprung ins Gymnasium eher - zeigt eine deutsche Studie (der Bertelsmann Stiftung/oku).”

Welche Schulen die Eltern der Kinder besucht haben, wirkt sich dabei immer noch deutlich aus. Von Gymnasiumseltern gehen 76 Prozent der Kinder auch aufs Gymnasium, von den Realschuleltern 49 Prozent. Aber: Ohne Krippenbesuch liegen die Werte bei 61 Prozent und 33 Prozent.

Was sagt uns das? Krippe ist Bildung. Was sagt uns das noch? Der Herkunftsunterschied gleicht sich trotzdem nicht aus. Ist “In die Schule mit 3!” also doch nicht etwas, das Chancengleichheit fördert, wie früher an dieser Stelle behauptet?

Hm. Anregungen sind willkommen.

Olivia Kühni :: Mär.07.2008 :: Notizen :: 971 Comments »

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